Der letzte Schultag: S4-Assembly in der Aula

12.04.26: Leere Seiten am Ort der bald vollen Seiten
 
„Reicht jetzt auch“ ist ein nicht selten zu hörender Satz aus den Mündern angehender Abiturient:innen, wenn sie über ihre hinter ihnen liegende Schulzeit sprechen. Wir kennen alle dieses Gefühl und wissen, aus welchen Quellen es sich speist. Und dennoch: So manches Aroma Traurigkeit wehte durch die Aula, als in der Studienzeit am letzten Schultag der S4 die versammelte, verkleidete, vielleicht auch verkaterte (wir unken nur, Beweisen wurde nicht weiter nachgeforscht) Truppschaft im Parkett und auf der Bühne Abschied nahm von Stundenplänen, Hausaufgaben und sonstigen Begleiterscheinungen eines Regelschulalltags. 
 
Die Moderatorinnen Isabella, Anouk, Hannah und Leni verteilten wohlgelaunt die letzten Einsätze wie Hannahs progressive Aktivistenrede zu einem „Stöckelschuhverbot in Fußgängerzonen“ (Stichwort: Rückenschonendes Abrollen, muss man sich merken). Anne Zugic´ wunderbarer Kammerchor melancholisierte dann die Stimmung: „And so it goes“ von Billy Joel, vorgetragen mit einer stillen Inbrunst, wo sich die kleinen Härchen auf dem Unterarm zum Geleitgruß aufstellten. Das Babel-Profil sang dann, Emma machte die Ansage, noch einmal zusammen „Kol ha’olam kulo“, ein altes hebräisches Volkslied: Die Welt ist eine schmale Brücke, aber du brauchst dich nicht zu fürchten. Das gilt für die Abi-Prüfungen wie für das Leben insgesamt. 
 
Den Schlussakkord setzte die Lehrerband samt Chor: „Unwritten“ von Natasha Bedingfield. Und das an dem Ort, wo ab übernächster Woche genau das getan wird: Abiturprüfungen geschrieben. So schließt sich ein Kreis, und ein neuer beginnt, einer, der noch offen ist, voller Möglichkeiten, unwritten eben.
Sollte es jemand im Raum gegeben haben, die/der noch nie dabei war, was passiert, wenn Musik all seine Kraft in die Herzen pumpt und eine enorme Energie erzeugt, der war spätestens jetzt überzeugt, dass sowas möglich ist. Wobei Energie hier, das war zu beobachten, bei einigen Anwesenden unmittelbaren Tränenfluss verursachte, vor Rührung, vor Trauer vielleicht auch, vor Freude sicher über das überwältigende Wir-Gefühl im Saal. Ein besonderer Augenblick. 
 
Am Ende ein tolles Bild mit allen auf der Bühne, bunt, wehmütig-fröhlich, ein Moment für den Ewigkeitsspeicher im Hirn, den man abruft, wenn man sich irgendwann in naher oder ferner Zukunft vergegenwärtigen will, was wichtig ist im Leben. (Fb)

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