Archiv der Kategorie: Berichte

Von Handständen und Magdeburger Halbkugeln: Die Assembly der Unterstufe

2017-04-12

Am Ende jeder Studienzeit-Phase findet am WdG ja eine Assembly statt, in der Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit haben, etwas aus dem Unterricht der vergangenen Wochen zu präsentieren. Bei der heutigen Assembly zeigten die Stufen 5 und 6 ein beeindruckendes Programm:  Eingerahmt von dem Klassenchor der 5d mit Herrn Norrenbrock an der Ukulele führten Aeneas und Josias aus der 5b die Magdeburger Halbkugeln vor, die selbst die stärksten Kinder aus dem Publikum nicht auseinander bekamen. Marcel aus der 5b zeigte einen Handstand über 37 Sekunden und Niels und Niklas aus der 6c präsentierten die Sieger der Eisblock-Wette aus ihrer Klasse: Laura und Victoria bauten in der Studienzeit eine Box, die nach 26 Stunden noch 82 % des Eises aufbewahren kann. Den Schlusspunkt setzte Florentina aus der 5b mit der Lesung einer sehr zu Herzen gehenden selbstgeschriebenen Geschichte aus dem Schreibkurs „Kreatives Schreiben“.  (Mh)

Felix gewinnt den Regionalentscheid des Vorlesewettbewerbs

2017-4-7

Felix (stehend, 4.v.l.) aus der 6c zog erneut die Zuhörer mit seiner Lesekunst in den Bann: Nachdem er zunächst den Klassen- und den Schulentscheid gewonnen hatte, durfte Felix sich nun auch über den Sieg beim Regionalentscheid in der Aula des Meiendorfer Gymnasiums freuen. Die Jury lobte am Ende vor allem Felix‘ Interpretationsgabe beim Lesen des Fremdtextes.

Am 20. April geht es für Felix noch weiter, denn dort darf er beim Landesentscheid erneut zeigen, wie mitreißend er vorlesen kann. Wir drücken die Daumen, Felix! (Göh)

Landeswettbewerb Jugend musiziert

Wir freuen uns sehr über die hervorragenden Ergebnisse unserer WdG-Schüler*innen beim Landeswettbewerb Jugend musiziert (1. bis 3. April 2017).

Sehr herzlich gratulieren wir den Preisträgern:

Klavier solo: Melina Thiesen (2. Preis), Christina Wang (2. Preis), Amalia Baskal (1. Preis)

Streichtrio: Josias Michallek (2. Preis), Amelie Michallek (2. Preis)

Streichquartett: Marie-Luise Michallek (1. Preis), Florian Plambeck (1. Preis), Claudia Römer (1. Preis)

Flötenquartett: Eva-Lotta Finck ( 3. Preis), Paolina Griebe (3. Preis), Hanna Holst (3. Preis)

Allen 1. Preisträgern wünschen wir schon jetzt viel Erfolg und Freude beim Bundeswettbewerb!!!

Mit herzlichen Grüßen, Ce / Fachschaft Musik / WdG

Mottotage am WdG

2017-04-04

Es ist wieder soweit: Die letzten Schultage der Abiturienten sind gezählt und wie jedes Jahr gibt die Stufe 12 nochmal alles bei den Mottotagen. Als Best Friends waren sie am Montag zu bestaunen: Elmex und Aronal. Captain Jack Sparrow und Elisabeth. Ping und Pong. Schimmel und Schimmel-Ex, Bibi und Tina, Sherlock und Watson… Am Dienstag wurden die Profilklischees auf den Arm genommen. Mal sehen, was uns noch diese Woche erwartet… (Mh)

Oskar auf dem 3. Platz der Hamburger Mathe-Olympiade

2017-4-11

Alljährlich findet in Hamburg die Mathematik-Olympiade statt, bei der in drei Runden die Landesbesten jeder Stufe geehrt und ab Stufe 7 zur bundesweiten Ausscheidung entsandt werden. In diesem Jahr hat Oskar aus der 6c es bis zum Hamburger Finale und mit einem 3. Platz unter die besten 25 seiner Stufe geschafft. In 5 Textaufgaben konnte er an einem Samstagvormittag im März bei der Hamburger Endausscheidung sein Können in Statistik, Geometrie und Algebra unter Beweis stellen. Oskars Geheimnis des Erfolges: Mathe macht ihm – wie so vieles andere im Leben – einfach Spaß! Super, Oskar! (Mh)

Die große Eisblockwette der 6c

2017-03-30

Wer baut eine 50 cm x 50 cm Box so, dass nach 26 Stunden von einem Kilo Eis noch möglichst viel übrig bleibt? Zu dieser Nawi-Aufgabe entwarfen die Schülerinnen und Schüler der 6c in der Studienzeit die tollsten Gebilde, bestehend aus Styropor, Holzwolle, Holz, Pappe und was sich sonst noch so in den Kellern finden ließ. Das Ergebnis hat alle beeindruckt: Vickys und Lauras Box gewann die Wette mit einem Wert von 82,4 %, dicht gefolgt von Valentin mit 80,1 % und Marlene und Katharina mit 70,5 %. Da viele Kisten zugleich noch hübsch anzusehen waren und nachhaltig verarbeitet, führt dazu, dass Herr Mehnert nun einige Franzbrötchen los wird. Die Schüler haben es sich verdient! (Mh)

Amelie debattiert sich im Landesfinale von Jugend debattiert an die Spitze

2017-04-03

Am 28. März 2017 fand von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr im Hamburger Rathaus das Landesfinale des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ statt. Die besten 32 Schüler/innen debattierten an diesem Tag in zwei Debatten in den Vorrunden  zu den Themen „Soll in Hamburg eine Katzensteuer eingeführt werden?“/ „Sollen an öffentlichen Schulen in Hamburg Spezialklassen für besonders leistungsstarke Schüler eingerichtet werden?“.  Aus diesen beiden Qualifikationsrunden gingen vier Sieger/innen hervor, die dann in der Finaldebatte der Altersgruppe I gegeneinander antreten mussten.
Die Jury, zusammengesetzt aus den Spitzen aller sechs Fraktionen, Lehrern und Journalisten, bescheinigte Amelie  vom Walddörfer-Gymnasium in der Rückmeldung der Finaldebatte („Soll der G-20 Gipfel nicht mehr in Großstädten wie Hamburg stattfinden?“) ein „cooles und souveränes Auftreten“.  Aber nicht nur ihr Auftreten, sondern vor allem ihr Sachwissen,  ihre Redegewandtheit und ihr argumentatives Können sicherten ihr letztlich den 1. Platz im Landesfinale!
Amelie hat in der Abschlussdebatte aber nicht nur die Mitglieder der Jury, sondern auch ein Publikum von ca. 400 Anwesenden, das auch aus Abgeordneten der Bürgerschaft und vielen Presseleuten bestand, argumentativ für sich gewonnen. Auf diese Leistung kann sie und das WdG sehr stolz sein! Alle vier fahren nun zum Bundesfinale am 16. und 17. Juni  2017 nach Berlin, um als Debattanten und Nachrücker für Hamburg anzutreten. Hier wird dann auch der Bundespräsident anwesend sein.
Wir drücken Amelie also weiterhin die Daumen und freuen uns auf das spannende Bundesfinale im Juni! (Kö)

Volleyballmixedteam qualifiziert sich für den Finaltag

2017-04-03

Das Volleyballmixedteam des WdG hat sich am 29.3. in der Zwischenrunde am Goethe-Gymnasium für den Finaltag der besten vier Teams qualifiziert. Ein klarer Zweisatzsieg gegen das Gymnasium Grootmoor und ein Spiel in 1 zu 1 Sätzen gegen das Goethe-Gymnasium reichten zum Gruppensieg. Nun spielen das Heinricht-Heine-Gymnasium, zwei Teams des Gymnasium Grootmoor und das WdG am Finaltag um den Hamburger Meistertitel. Der Finaltag wird voraussichtlich am Mittwoch, 26.4., ab 10 Uhr am WdG ausgetragen. (Wu)

WdG-Volleyballteams erfolgreich in die Wettbewerbe gestartet

2017-02-10

Die Volleyballteams des WdG sind erfolgreich in die Hamburger Wettbewerbe gestartet. Das Mixedteam der Oberstufe gewann die Vorrunde am Gymnasium Grootmoor am 24.1.2017. Das Team fand nach dem verlorenen ersten Satz gegen das Gymnasium Grootmoor deutlich besser ins Spiel und konnte den folgenden sowie die Spiele gegen das Gymnasium Oberalster und das Heinrich-Heine-Gymnasium klar für sich entscheiden. Damit steht das Team als Gruppenerster  in der Zwischenrunde.

Bereits für den Finaltag der besten vier Teams haben sich die Jungen WK I qualifiziert. In einer sehr ausgeglichenen Vorrunde mit dem Teams vom Gymnasium Finkenwerder und dem Gymnasium Grootmoor am 9.2. in der Halle des WdG schloss das Team aufgrund des besseren Punktverhältnisses als Gruppenzweite ab und spielt nun am 24.2. im Landesleistungszentrum am Alten Teichweg gegen das Johannes-Brahms-Gymnasium um den Einzug in das Finale um die Hamburger Meisterschaft. (Wu)

WdG goes East!

2017-03-11

5 Schülerinnen (Anthea, Saida, Lara, Elisabeth und Friederike) machten sich in den Märzferien 2017 mit Frau Böhmer im Rahmen eines Hamburgweiten Schüleraustausches mit 9 neun anderen Schülerinnen und Schülern und zwei Kollegen auf zu einem besonderen Ziel: Yakutsk!

Yakutsk gilt als kälteste Großstadt der Welt, ist Hauptstadt der Republik Sakha-Yakutien und liegt etwa 10 000km von Hamburg entfernt in Ostsibirien. Im März beginnt auch dort der Frühling, d.h. die Temperaturen fielen nicht mehr unter -35°C. Bestens gewappnet gegen die Kälte verbrachte die Gruppe 10 unvergessliche Tage in Yakutsk.

Mit dem Sakha-Gymnasium in Yakutsk besteht nun schon eine 3 jährige Partnerschaft, die durch gemeinsame Austauschprojekte mit Lehrern und Schülern gelebt wird. Der diesjährige Austausch stand unter dem Motto „Ökologie – Schülerinnen und Schüler aus Hamburg und Yakutsk erkunden ihre Umwelt“. In kleinen Projektphasen wurde mit allen Teilnehmern an ökologischen Fragestellungen gearbeitet. Außerdem stand auf dem Programm der Besuch des Schulunterricht, sowie der Besuch des Mammutmuseums, der Schatzkammer Yakutiens sowie eines Freiluftmuseums und ein Ausflug zu einem Winteraktivitätenpark. Highlight war die Fahrt mit allen Teilnehmern übers Wochenende in die Taiga.

Die 10 Tage vergingen wie im Fluge! Wie gut, dass auf der lange Rückreise genug Zeit war, um Pläne für die nächste Reise nach Yakutsk zu planen – dann allerdings im Sommer um die yakutische Hitzewelle zu erleben.

 

 

Schüleraustausch zwischen Hamburg und Shanghai im Jubiläumsjahr der Städtepartnerschaft

 

Für 15 Hamburger und 15 Shanghaier Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 14 und 18 Jahren war 2016 ein ganz besonderes Jahr, denn sie durften am 30. Schüleraustausch zwischen den Städten teilnehmen. Im September war die chinesische Gruppe drei Wochen zu Besuch in Hamburg, im Herbst fuhren die Hamburger für drei Wochen nach Shanghai. Der Austausch findet jährlich im Rahmen der Städtepartnerschaft statt und wurde in diesem Jahr vom Walddörfer-Gymnasium koordiniert. Beteiligt sind auf Hamburger Seite außerdem die Ida-Ehre-Schule und das Christianeum, auf Shanghaier Seite die Shanghai Foreign Language School, die Datong Highschool und die Weiyu Highschool.

„I, ar, san, tse“, tönt es in Endlosschleife aus den Lautsprechern auf dem Sportplatz der Datong Highschoool. Synchron kreisen die Arme von zweitausend Schülerinnen und Schülern in blauweißen Jogginganzügen zur vorgegebenen Zählung. Es ist 7.40 Uhr und damit Zeit für den allmorgendlichen Frühsport. Zuvor war die chinesische Flagge von zwei Schülern am Mast gehisst worden. Dieser Fahnenappell wird durch das Einspielen der Nationalhymne feierlich begleitet. Abschließend folgen kurze Anweisungen, die Schüler formieren sich klassenweise, Marschmusik ertönt, die Gruppen laufen in ihre Klassenräume. Der Unterricht an der Datong Highschool in Shanghai kann beginnen. Wir verfolgen jeden Morgen aufs Neue gebannt der Zeremonie.

Nach dem ritualisierten Start beginnt für die Hamburger Schülerinnen und Schüler das Tagesprogramm, zumeist eine Mischung aus Ausflügen in die Umgebung und Teilnahme am Unterricht. „Die Schule nimmt in China einen größeren Raum ein als bei uns, die Chinesen müssen sehr viel lernen und haben kaum Freizeit“, meint Stine. „No end to learning“ sprangt wie zur Bestätigung als Leitspruch in goldenen Lettern über dem Eingangsportal der Shanghai Foreign Language School und Christoph ergänzt: „Die Unterrichtsstunden sind eng getaktet und dauern oft bis in die Abendstunden.“ Aus diesem Grund wohnen viele Schülerinnen und Schüler unter der Woche im Wohnheim der Schule, weil sich abends nach der Lernzeit in der Bibliothek der Weg nach Hause nicht lohnt. Streber sei in China ein positiver Begriff, stellt Thilo verwundert fest. Der Konkurrenzdruck ist hoch und so verbringen die Chinesen auch am Wochenende viel Zeit mit Lernen, Zusatzkursen oder nehmen für die Schule an Wettbewerben teil, wie Thilo bei seinem Austauschpartner Tim beobachtet.

Gewundert hat sich Thilo auch über den lehrerzentrierten Unterricht, in dem die chinesische Lehrkraft bisweilen ein Headset einsetzt, um sich in den großen Klassen verständlich zu machen. Das Engagement der Lehrkraft wird auch nach ihrem Redeanteil bemessen, erklärt uns Deutschlehrer Wang. Ihre Aufgabe sei schließlich, ihrer Lerngruppe etwas beizubringen und sie von ihrem Wissen profitieren zu lassen. Gruppenarbeiten oder das eigenständige Erarbeiten von Themen seien daher auch bei Eltern nicht so gern gesehen.

Doch die Lernerei zahlt sich aus, wie wir beim Abendessen in der Schulmensa feststellen können. Mit uns am runden Tisch sitzt Andrea, ein chinesisches Mädchen aus dem zweiten Lernjahr, die sich ganz souverän und fließend mit uns auf Deutsch unterhält und dabei ganz entzückt ihre Gelegenheit nutzt, um den Hamburger Mädchen Löcher in den Bauch zu fragen.

Ortswechsel. Die Ausflüge in die Shanghaier Innenstadt sind atemberaubend. „Alles erscheint viel höher, größer, dichter oder schneller als in Hamburg und an die Menschenmassen, die sich tagtäglich durch die Stadt schieben, muss man sich erst gewöhnen“, bemerkt Christoph überwältigt. „Faktor 10“ lautet die simple Formel, auf die sich die Vergleiche zwischen Hamburg und Shanghai bringen lassen, wie wir eine Woche später auf der festlichen Jubiläumsfeier der 30jährigen Städtepartnerschaft erfahren. Aber Quantität sei doch nicht das entscheidende Kriterium, wendet Herr Zhang von der Shanghaier Bildungskommission lächelnd ein. Tatsächlich haben die Fakten ihre Wirkung: U-Bahnfahrten in der pulsierenden 23-Millionen-Metropole sind ein Abenteuer, Spaziergänge auf der Flaniermeile des Bund oder der Nanjing Road sind in der Gruppe eine Herausforderung. Die Stadt pulsiert, überall Bewegung und ein Gewimmel an hoch modern gekleideten Menschen, die sich zwischen Autos, Schubkarren und Lastfahrrädern ihren Weg über die zahllosen Kreuzungen bahnen. Plötzlich schnurren unbeleuchtete E-Mopeds lautlos an uns vorbei. Wir machen einen abendlichen Ausflug zum Bund: Die Leuchtreklamen der Shanghaier Skyline im Stadtteil Pudong blinken in schrillen Farben über den Huangpu-River, illuminierte Fähren schieben sich in regelmäßigen Abständen den Fluss hinauf. Die Hamburger Gruppe ist beeindruckt und drängelt sich mit den vielen anderen Besuchern und ihren Selfie-Sticks auf der Promenade, um die guten Fotoplätze an der Balustrade zu ergattern. Wer blond ist, wird gern um ein gemeinsames Foto gebeten. Diesen Wunsch erfüllen Fiona und Stine inzwischen sehr routiniert, seit wir bei unserem Besuch in der verbotenen Stadt in Peking im Menschen- und Fähnchenmeer chinesischer Reisegruppen deren Fotobegeisterung kennengelernt haben.

„Ich muss unbedingt mehr Chinesisch lernen“, nimmt sich Louisa vor. Sie steht vor einem Relief am Lingyin-Tempel bei Hangzhou. „Diese Kultur ist so anders als unsere, es gibt so viel zu entdecken!“, ruft sie aus und visiert mit ihrem Fotoapparat die imposante Buddhastatue an, die in der Mitte einer Halle thront. „Unser Programm in China war so abwechslungsreich“, erinnerst sich Thilo rückblickend „Wir haben einerseits mit der chinesischen Mauer, der verbotenen Stadt und dem Himmelstempel in Peking sowie dem Westsee in Hangzhou und dem Wasserdorf Zhujiajiao sehr viel vom traditionellen China kennen gelernt. Andererseits gaben uns die futuristischen Gebäude, die Firmenbesuche bei  SAIC-Volkswagen  und Covestro oder die Zugfahrt auf der für 380 km/h ausgelegten Schnellfahrtstrecke von Peking nach Shanghai einen Einblick in die Zukunft.“

Tradition und Moderne, alt und neu, schnell und langsam, Ying und Yang; wir erleben China als Land der Gegensätze. Auf unseren Streifzügen durch die Straßen Shanghais trennen beide Pole oft nur wenige Schritte: hier ein hochglänzender Konsumtempel, dort die traditionelle Shikumen-Siedlung. Hier wird auf der Straße noch ein Huhn gerupft oder Wäsche getrocknet, dort wächst ein neuer Wolkenkratzer in den Himmel.

Wir üben uns in Kalligraphie und chinesischem Schwertkampf, bereiten die köstlichen Teigtaschen „Jaozi“ zu, fangen auf der Insel Chongming Krebse und setzen in Zhujiajiao Goldfische aus. Wir flanieren über den Pekinger Delikatessenmarkt, bewundern die Vorstellung der Shanghaier Artisten, beobachten die Gesangs-, Tanz-, und Schachaktivitäten der Shanghaier Senioren in den Parks und werden eines Abends Zeugen, wie eine uniform gekleidete Frauengruppe zur Musik des Ghettoblasters auf dem dunklen Fußweg neben einer vielbefahrenen Straße einen Formationstanz präsentiert. Wir sind zu Gast bei der Hamburger Repräsentanz in Shanghai, dem  Liaison Office, wir tragen uns in das Buch der Stadt im Rathaus ein und werden in der Erziehungskommission empfangen. Wir bestaunen die antiken Exponate im Shanghaier Museum und möchten die gläserne Aussichtsplattform des Pearl Tower mit ihrem überwältigen Blick über die Stadt gar nicht mehr verlassen. Wir lernen mit Stäbchen zu essen und stellen fest, dass das Essen in China ganz anders schmeckt als im deutschen Chinarestaurant und die Shanghaier Küche mit ihren süß-scharfen, süß-salzigen oder bitter-süßen Geschmacksrichtungen einige unerwartete Gaumenfreuden für uns bereit hält.

Es ist Wochenende. Nachdem die Hamburger Schüler den Alltag an chinesischen Schulen kennengelernt haben, werden sie am Freitag von ihren Gastfamilien abgeholt und nehmen über das Wochenende am Familienleben teil. „Es hat mich sehr beeindruckt, wie offen, freundlich und herzlich wir in den Gastfamilien aufgenommen und behandelt wurden“, berichtet Thilo. „Zwar konnten nicht immer alle Familienmitglieder Englisch“, ergänzt Fabienne, „aber trotzdem war es kein Problem zu kommunizieren, zur Not auch mit Händen und Füßen.“

 

Auf die Frage, was denn das Herausragende des Austausches gewesen sei, kommt keine schnelle Antwort. „Die neuen Freunde, die ich gewonnen habe, und mit denen ich noch immer Kontakt habe“, antworten Christina und Fiona dann fast gleichzeitig, „und die Einblicke in die chinesische Kultur und den Schulalltag“ schiebt Fiona nach, während Christina betont, dass es für sie spannend gewesen ist, China einmal ohne ihre chinesische Familie kennen zu lernen. Thilo formuliert es dagegen allgemeiner: „Wenn man vollkommen offen und interessiert an alles Neue herangeht, kann man viel besser in die fremde Kultur eintauchen und es fällt viel leichter, neue Freundschaften zu schließen.“ Einig sind sich aber alle: Wer einmal in China war, der wird den Kontakt halten und wiederkommen. (Wu/Tw)